Hingabe an das unbelebte Objekt
Abhängigkeitserkrankungen aus psychoanalytischer Sicht
Tiefenpsychologische Theorien der Sucht, frühe Triebtheorie, narzißmustheoretische Ansätze,
Ansätze der Ich-Psychologie, objektbeziehungstheoretische Aspekte
Psychodynamik in der stationären Entwöhnungsbehandlung, Gegenübertragungsphänomene
Suchterkrankungen gehören zu den frühen Störungen wie z.B. auch Psychosen oder schwere Persönlichkeitsstörungen und entwickeln sich über viele Jahre.
Aus psychoanalytischer Sicht sind für eine spätere Suchtkarriere aversive und ambivalente Erfahrungen des Säuglings mit den wichtigsten Bezugspersonen - insbesondere mit der Mutter - verantwortlich. Die Sucht hat die Funktion, die aus diesen Erfahrungen resultierenden unerträglichen Affekte wie Enttäuschung, Trauer und Wut möglichst nicht aufkommen zu lassen. Die Einnahme von Drogen ersetzt die Beziehung zu lebendigen Menschen. Die Droge ist für den Süchtigen verlässlich und berechenbar. Sie bietet die Illusion der unbegrenzten Befriedigung und andererseits das Erleben einer maßlosen Enttäuschung (nach dem Kick) ohne aber von jemandem enttäuscht zu werden. Aufgabe der Therapie ist aus psychoanalytischer Sicht, die wahre lebendige traumatische Enttäuschung behutsam aufzudecken, zu benennen und an ihr zu arbeiten.
Die dabei ausgelösten Gefühle und Entwicklungen zu erkennen und zu reflektieren, gehört mit zu den wichtigsten therapeutischen Aufgaben, weil diese zu einer destruktiven Dynamik und letztlich zum Beziehungs- und Behandlungsabbruch führen können. Im Seminar wird theoretisch dargestellt und für die Praxis erarbeitet, wie man tiefenpsychologisches Verständnis für den Umgang und die Therapie mit Abhängigkeitskranken nutzen kann.
Im Zentrum des Seminars steht die Vermittlung der theoretischen Aspekte und die Reflexion der daraus resultierenden Interventions- und Handlungsstrategien. Das Seminar ist besonders geeignet für Suchttherapeuten, die ihre Fachkenntnisse erweitern und vertiefen möchten.